nature after nature
Jason Loebs

Jason Loebs, Untitled, 2014, © Foto: Nils Klinger

Jason Loebs erkundet in seinem Werk die natürlichen Grundlagen technologischer Entwicklungen. In seiner Werkserie von Erzmineralen greift er auf das Rohmaterial für die Herzstücke digitaler Technologien zurück und verweist damit auf die Transformation natürlicher Ressourcen in Computer-Mikrochips. Gleich archäologischen Funden präsentiert er sie auf den beschrifteten sockelförmigen Versandkisten, in denen sie ihm von einem beauftragten Mineralogen zugeschickt wurden. Angestrichen sind die Minerale mit jener farbverändernden Spezialtinte, die für US-Dollar-Noten als Sicherheitsmerkmal verwendet wird, um Fälschungen vorzubeugen. Damit markiert Loebs auf verschiedenen Ebenen – auch selbstreflexiv auf die eigene Kunstproduktion bezogen – die Leerstellen des produktiven Umwandlungs-prozesses zwischen dem genuinen Material und dem, zu was es gemacht werden kann.

Inwiefern natürliche Rohstoffe zugunsten der Funktionalität unserer sozialen Ökonomie instrumentalisiert werden, zeigen ebenso seine Arrangements von elektrischen Fußbodenheizfolien, die durch Siebdruck mit wärmespeichernden Graffitstreifen versehen sind. Durch ihre Anordnung im Ausstellungsraum wird die Wärmeproduktion bzw. das thermische Verhalten von Körpern in eine analoge gegenständliche Form gebracht. Die Wärme wird zurückgeführt auf ihre eigenen Träger, die sich gegenseitig beheizen, wobei jedoch ein Großteil der Hitze vom kalten Betonboden absorbiert wird und als Abwärme verloren geht. Loebs’ Arbeiten lassen sich so als Verweise auf den entropischen Charakter industrieller Produktion durch den Verschleiß von nicht-erneuerbaren Ressourcen verstehen. 

    

* 1980 in Hillside, USA, lebt in New York, USA

Jason Loebs, Untitled, 2014, © Foto: Nils Klinger

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Jason Loebs, Untitled, 2014, © Foto: Nils Klinger

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